Chronik

Blasorchester Musikverein Cannstatter Bläserkreis - kurz CBK 

Wer den Namen "Cannstatter Bläserkreis" zum ersten Mal hört, denkt zunächst an eine kleine Gruppe von Kirchenmusikern, die bei festlichen Anlässen den Gottesdienst mitgestaltet. Genau dies war eigentlich auch die Intention der Vereinsgründer. Vor über 40 Jahren wurde von Mitgliedern der Cannstatter Liebfrauen-Gemeinde der CBK gegründet. Aus einem ursprünglichen Doppelquartett entwickelte sich jedoch schnell ein Blasorchesters, das in der Kulturszene von Bad Cannstatt zu einer festen Größe geworden ist. Im Orchester musizieren heute rund 50 Musikerinnen und Musiker mit viel Leidenschaft und Engagement. Werfen wir einen Blick auf die Jahrzehnte:

 Die 70er- und 80er-Jahre

Der Anfang 1974: Theodor Stein übernimmt Dirigentenstab

Zu viert hatten sie damals angefangen: Ewald Renz, Gerhard König, Uli Walter und Theo Stein, der als Lehrer und Vollblutmusiker auch die musikalische Leitung übernahm. Sie kauften die ersten Instrumente und begannen mit dem Üben. Schon bald spielten die vier zum ersten Mal bei einem Gottesdienst der Liebfrauengemeinde in Bad Cannstatt. Aus den Musikern der ersten Stunde wurde ein Doppelquartett, später kamen die ersten Holzbläser dazu und ein kleines Orchester entstand. Bald fanden sich auch Stücke aus der Unterhaltungsmusik und der Volksmusik im Repertoire. Am 20. November 1974 fand im Heimgarten Lerchenheide in Bad Cannstatt die Gründungsversammlung statt. Der erste Vereinsvorsitzende Ewald Renz nannte als Ziele und Aufgaben des Vereins die Pflege der sakralen Musik und der Volksmusik. Man wolle Musikfreunde zusammenführen und die Jugend für die Blasmusik begeistern. Nach wie vor führte Theo Stein den Dirigentenstab. Unter seiner musikalischen Leitung wuchs das Orchester kontinuierlich weiter. Die Zahl der Musiker stieg stetig, die musikalischen Möglichkeiten konnten erweitert werden. Es folgten erste größere Auftritte, auch außerhalb der Gemeinde und bei Auslandsreisen, sowie die Teilnahme an Wertungsspielen. Dabei blieben die konzertante Blasmusik und die Kirchenmusik immer ein wichtiger Bestandteil der musikalischen Arbeit.

1982 wird Karl Förderer erster Vorsitzender und löst Ewald Renz ab

Nach zwei Amtszeiten übergab Ewald Renz 1982 den Vereinsvorsitz an Karl Förderer, der dieses verantwortungsvolle Amt die nächsten 16 Jahre innehatte.1989 musste Theo Stein aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten. Die junge Vizedirigentin Anette Bantel führte die Arbeit in den nächsten beiden Jahren in seinem Sinne weiter.

Die 90er-Jahre

1992 übernimmt Ralf Göltenbodt die musikalische Leitung

Im Januar 1992 übernahm Ralf Göltenbodt die musikalische Leitung des Cannstatter Bläserkreises. Die Zusammenarbeit erwies sich als äußerst erfolgreich. In den Jahren seiner Dirigentschaft stieg die Zahl der Aktiven von anfangs etwa 35 auf inzwischen über 60 Musikerinnen und Musiker. Mit sicherer Stabführung, hervorragenden Kenntnissen der Musikliteratur und feinem pädagogischen Gespür führte er den Cannstatter Bläserkreis von einer normalen Blaskapelle zum symphonischen Blasorchester. Unter der Leitung von Ralf Göltenbodt spielte der Cannstatter Bläserkreis 1994 erstmals ein Wertungsspiel in der Oberstufe. Ein bedeutendes Ereignis in der Vereinsgeschichte war das glanzvolle Festkonzert im Wilhelmatheater zum 20-jährigen Vereinsjubiläum im November 1994. In den letzten Jahren hat der Cannstatter Bläserkreis seine Aktivitäten weiter ausgedehnt. Konzerte im Stuttgarter Umland und ein Gemeinschaftskonzert mit dem Schulchor eines Cannstatter Gymnasiums erhöhten den Bekanntheitsgrad des Orchesters.

1997 wird Gerhard Armbruster erster Vorsitzender

1997 übernahm Gerhard Armbruster den Vereinsvorsitz. Im darauf folgenden Jahr nahm der CBK erstmals an einem Wertungsspiel auf Landesebene teil. Einen weiteren Höhepunkt in der Erfolgsgeschichte bildeten die Festlichkeiten zum 25-jährigen Vereinsbestehen im Mai 1999. Diese wurden zusammen mit der Bundesmusikkapelle Brandberg aus Tirol gefeiert. Mit der Kapelle aus dem nahe bei Mayrhofen gelegenen Bergdorf Brandberg pflegt man schon seit über 20 Jahren eine enge Freundschaft. Die ersten Kontakte wurden zwischen den beiden leider zu früh verstorbenen Brandberger Freunden Hubert Weißenbacher und Gottfried Anker und unserem Gründungsmitglied Gerhard König geknüpft.

Die 2000-er Jahre

CBK entwickelt sich zum Oberstufenorchester weiter

2009 feierte der CBK sein 35-jährigen Bestehen. Das Jubiläumskonzert am 17. Mai war ein voller Erfolg. Vor rund 250 Zuhörern spielte der CBK im Kleinen Kursaal in Bad Cannstatt Werke für sinfonisches Blasorchester. Mit einem intensiven Probenwochenende bereiteten sich die Musiker auf das Konzert vor. Die Musikschulakademie Schloss Kapfenburg bot dafür optimale Probebedingungen. Für den langjährigen Dirigenten Ralf Göltenbodt war das Jubiläumskonzert gleichzeitig sein Abschiedskonzert. Er beendete nach 18 Jahren seine Dirigententätigkeit. In dieser Zeit gelang es ihm, den CBK musikalisch zu einem Oberstufenorchester zu entwickeln, das heute weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist. Und was ihn besonders auszeichnete war seine Fähigkeit, die musikalische Leitung mit einer engen freundschaftlichen Beziehung zu verknüpfen. Für seine besonderen Verdienste um die Blasmusik bekam Ralf Göltenbodt von Herbert Breimaier, Blasmusikverband Baden-Württemberg, die Fördermedaille in Silber überreicht. 

2009 wird Volker Eissele Dirigent 

Ein „großes Echo“ folgte auf die Ausschreibung in mehreren Fachmagazinen für die Neubesetzung des Dirigentenamts. Gut 20 Bewerbungen gingen ein. Die Wahl fiel auf Volker Eissele. Er leitete den CBK von September 2009 bis Oktober 2011. In seiner Amtszeit entwickelte sich der CBK musikalisch weiter. Konzerte mit sinfonischer Musik wurden zum Markenzeichen des Orchesters. Das Adventskonzert "Emotionen" wurde 2009 zu einem großen musikalischen Erfolg und zeigte, was für musikalische Potenziale in dem Orchester stecken. Genau hier setzte Eissele weiter an und spornte die Musiker weiter an. Ende November 2010 bereitete sich der CBK auf einem Probenwochenende in der Landvolkshochschule Wies im Allgäu intensiv auf das Kirchenkonzert unter dem Motto „Ferne Weite“ vor. Der CBK präsentierte das Konzertprogramm zwei Mal. In der Stadtkirche in Bad Cannstatt und in der Liebfrauenkirche. 2011 folgte das Frühjahrskonzert „Bewegt und beschwingt“ im kleinen Kursaal in Bad Cannstatt. Damit setzte Eissele seine erfolgreiche musikalische Arbeit mit dem CBK fort. Aus beruflichen Gründen beendete er 2011 sein musikalisches Engagement beim CBK. 

Die 2010-er Jahre

Konzertreihen im Großen Kursaal und in Liebfrauenkirche  

Im Dezember 2011 gab der CBK unter der Interimsleitung von Anette Bantel ein Adventskonzert unter dem Motto "LichtBlick" in der Liebfrauenkirche in Bad Cannstatt. Die Kirche war bis auf den letzten Platz besetzt. Eine zweite Auflage des Konzerts spielten die Musikerinnen und Musiker des CBK im Januar 2012 in der St. Karl-Borromäus-Kirche in Winnenden. Auch dieses Kirchenkonzert war ein großer Erfolg und setzt die Kirchenkonzertreihe des CBK fort. Anfang Mai lud der CBK zu seinem Frühjahrskonzert "Musik bewegt..." in den Cannstatter Kursaal ein. Dirigentin Anette Bantel schickte ihre Musiker und die Zuhörer im ausverkauften Kleinen Kursaal auf eine Welt- und Zeitreise durch Musical- und Filmmelodien. Ab September 2012 übernahm Dominik Dörner die Leitung des Orchesters. Unter Dörners Leitung setzt der CBK seine Konzerttradition fort. Ein besonderes Highlight war das Frühjahrskonzert mit rockigem Sound im Mai 2013. 

2013 übernimmt Anette Bantel den Dirigentenstab 

Nach dem Weggang von Dominik Dörner übernahm Anette Bantel im November 2013 dauerhaft den Dirigentstab und erprobte mit den Musikern ein anspruchsvolles Konzertprogramm. Das Konzert der Cannstatter Vereine fand Anfang Dezember nach sechs Jahren wieder im Großen Kursaal in Bad Cannstatt statt. Anette Bantel übte mit den Musikern ein tolles Programm ein, das großen Zuspruch von dem Publikum erfuhr. Am dritten Advent spielte der CBK im Rahmen der Kirchenmusikreihe "Hora caecilia" ein Adventskonzert in der Liebfrauenkirche, das großen Anklang fand. Im Januar 2014 spielten die Musiker eine zweite Auflage des Konzerts in der Kirchen "Zum Guten Hirten" in Stuttgart-Stammheim.

2014 übernimmt Stefanie Rösch Vorsitz

2014 feierte der CBK sein 40-jähriges Bestehen und feierte dies mit einem großen Jubiläumskonzert im Kursaal in Bad Cannstatt, mit dem Besuch der befreundeten Bundesmusikkapelle Brandberg/Zillertal und mit einem Kirchenkonzert im Advent. An der Vereinsspitze gab es in diesem Jahr ebenfalls eine Neuerung. Seit März 2014 ist Stefanie Rösch die erste Vorsitzende des Vereins. Das Kirchenkonzert im Dezember 2014 beendete das Jubiläumsjahr des CBK. Hier realisierte der CBK ein besonderes Musikprojekt. Der CBK bestritt einen Teil seines Programms mit dem Treffpunkt-Chor der Caritas Stuttgart, einem Chor für Menschen mit Behinderung. Musik verbindet Menschen, das zeigte das Projekt eindrucksvoll.

Auch 2015 zeigte der CBK sein musikalisches Können. Musikalisches Highlight war neben dem Krchenkonzert in Stammheim, vor allem das Filmmusikkonzert "Filmkiste" im Großen Kursaal im Herbst. Hier konnte das Orchester mit einem launigen Programm die Zuhörer begeistern. Besonders hervorzuheben waren 2015 die beiden Auftritte des CBK im Rahmen der Baumaßnahmen des neuen B10-Rosensteintunnels.

Hier umrahmte der CBK neben dem Tunnelanstich auch den Gottesdienst zum Barbaratag im Dezember. Die Auftritte fanden unter Tage statt und zählen zu den Highlights in der CBK-Geschichte.

2016 war für den Verein ein sehr spannendes Jahr. Zwei große Kirchenkonzerte wie "Poesie des Moments" in der Stadtkirche und "Bilder einer Stadt" in der Liebfrauenkirche zeigten einmal mehr die Vielseitigkeit und Wandelfähigkeit des Orchesters. Neben Altbewährten Aktivitäten wie dem Muschelkonzert im Biergarten in Bad Cannstatt, der Betreuung des Burgholzhofturmes und die Auftritte bei der Liebfrauengemeinde, gab es 2016 gleich mehrere nicht alltägliche Highlights wie den Kulturspaziergang durch Bad Cannstatt, das Maibaumfeschd und die musikalische Umrahmung des offiziellen Tunneldurchstoßes des B10-Rosensteintunnels. In diesem Jahr besuchten die Mitglieder nach vielen Jahren wieder einmal ihre Musikfreunde der Bundesmusikkapelle Brandberg/Zillertal. Diese Freundschaft hat bereits seit über drei Jahrzehnte Bestand. Auch weiterhin ist der CBK in Bewegung, es bleibt für 2017 sehr viel versprechend!