Rückblick 2010


Fantastische Klangbilder

12. Dezember 2010: Der Cannstatter Bläserkreis gab am 5. Dezember in der Stadtkirche Bad Cannstatt ein Konzert mit sinfonischer Blasmusik unter der Leitung von Volker Eissele. Das Motto „Ferne Weite“ wurde durch eine abwechslungsreiche Werkfolge umgesetzt, die vielfältige Verbindungen zu Landschaftsbildern aufgriff. Es standen ausschließlich Originalkompositionen für Blasorchester von deutschen, amerikanischen, niederländischen und portugiesischen Komponisten auf dem Programm.

Das Konzert wurde mit einem voluminösen Werk „Ceremonico“ eröffnet, das Aufbruchstimmung vermittelte und stellenweise mit Bolerorhythmen unterlegt war. „Towards A New Horizon“ des amerikanischen Komponisten Steven Reineke folgte. Die Ouvertüre greift bewusst den Gründergeist der Vereinigten Staaten auf. Reineke verwendet dafür das Bild der Siedlertrecks, die mit ihren Planwagen das amerikanische Land erschlossen. Der tägliche Aufbruch, die Unsicherheit aber auch der immer notwendige Optimismus und das Zusammenhalten der Siedlergemeinschaft werden musikalisch ausgedrückt. Das Werk beginnt mit einer Morgenstimmung. Danach setzt sich der Treck mit einem einfachen, einprägsamen Grundrhythmus in Bewegung. Ein sehr schöner, schwelgerischer Teil folgt. Am nächsten Tag setzt sich der Treck wieder in Bewegung. „Ferne Weite“ lautet ein weiteres Werk und auch Namensgeber des Abends, das von Rolf Rudin den Untertitel „Ein Landschaftsbild“ erhalten hat. Der gesangliche Beginn des Werkes lässt vor dem geistigen Auge ein Landschaftsbild entstehen, das zunächst etwas verborgen wirkt. Das melodische Thema entschwindet und ein beschwingter Teil mit interessantem dramaturgischem Aufbau schließt sich an. Die Interpretation des Cannstatter Bläserkreis zeigte, welche musikalischen Qualitäten, insbesondere hinsichtlich der Linienführung und motivischen Verarbeitung in diesem Orchester stecken.
Ein schönes Intermezzo, das von den Klarinettenensembles des Cannstatter Bläserkreis vorgetragen wurde, stellte das „Divertimento“ von Joseph Haydn, das auf den Baryton Trios des Fürsten Esterhazy basiert, sowie das „Quartett in F“, ein Kleinod des deutschen romantischen Komponisten Carl Bohm, dar. Die kammermusikalische Einlage stellte eine geeignete Unterbrechung des vollen Orchesterklanges dar und war geschickt räumlich von Orchester getrennt. Die Klarinettisten standen im Zentrum der Kirche, quasi mitten im Publikum. Dies unterstütze den „intimeren Rahmen“ dieser Werke vortrefflich.
Gregorianische Klänge und Reminiszenzen an klösterliche Szenen als auch Eindrücke einer Wanderung sind Bestandteile von „Silva Nigra – Szenen aus dem Schwarzwald“. Markus Götz, der selbst im südlichen Schwarzwald lebt, wurde gebeten in seiner Komposition Bezüge zum Schwarzwald herzustellen. Die Mystik des Schwarzwaldes, die dunklen Wälder und faszinierenden Landschaften, die Religiosität der Menschen, aber auch die Fröhlichkeit ihrer Feste – all das macht den Schwarzwald aus und soll in „Silva Nigra“ musikalisch portraitiert werden. Dem Cannstatter Bläserkreis gelang es vortrefflich, diese Bilder klanglich umzusetzen und führte den Spannungsbogen nach dem Klarinettenensemble gekonnt weiter. Das pulsierende Werk „Ciclos y Mitos“ von Nuno Osório Silva bildete mit seiner energiereichen Komposition einen interessanten Kontrast und stellte hinsichtlich der rhythmischen Intensität den Cannstatter Bläserkreis an diesem Abend in einer neuen Facette vor. Den ruhigen Abschluss des Abends bildete das Werk „Canterbury Choral“, das spannungsvoll die Instrumente des Blasorchesters nutzte.
 
Gefühlvoll und mit schönen Verbindungen zu historischen Gegebenheiten moderierte Claudia Burth das Konzert und beflügelte mit ihren Ausführungen die Assoziationen des Publikums. Der Cannstatter Bläserkreis überzeugte an diesem Abend mit seiner Vielfalt und schuf wunderbare Klangbilder. Spontane „Bravo“-Rufe und lang anhaltender Schlussapplaus waren die Bestätigung für die intensive Vorbereitung der Musiker, die hierzu auch ein Wochenende im „Trainingslager“ in Füssen verbrachten.
 
Das Publikum darf sich bereits auf das nächste Konzert im Kursaal am 16. April 2011 freuen.

Mehr Fotos in der Bildergalerie.

 


 

Cannstatter Bläserkreis im Trainingslager

1. Dezember 2010: Ende November verbrachte der CBK ein Probenwochenende in der Landvolkshochschule Wies im Allgäu. Nach einer schneereichen Busfahrt kamen die Musikerinnen und Musiker am Freitagabend im tief verschneiten Wies an. Nach dem Abendessen wurde noch fleißig geprobt. Am Samstag bereiteten sich die Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Volker Eissele weiter auf das bevorstehende Adventskonzert vor. In Register- und Gesamtproben wurde dem anspruchsvollen Konzertprogramm der letzte Schliff verpasst. Abends kam auch die Geselligkeit unter anderem mit einer Fackelwanderung durch die nächtliche Scheelandschaft zur nahen Wieskirche nicht zu kurz. Sonntags ging es dann nach einer Tuttiprobe wieder zurück nach Bad Cannstatt. Es hat allen Teilnehmern einen riesigen Spaß gemacht, denn das Wochenende war nicht nur musikalisch, sondern vor allem auch kameradschaftlich ein voller Erfolg. Nun sind schon alle sehr gespannt auf das Konzert am kommenden Sonntag, 5. Dezember, 17 Uhr in der Stadtkirche Bad Cannstatt.

Mehr Fotos in der Bildergalerie.


Stäffelestour durch den Stuttgarter Osten

24. Oktober 2010: Der diesjährige Vereins-Ausflug führte die Mitglieder des Cannstatter Bläserkreis zu einem Stadtspaziergang in den Stuttgarter Osten. Die CBK-Klarinettistin und langjährige Stadtführerin in Stuttgart, Claudia Burth, zeigte den aufmerksamen Teilnehmern viele wunderschöne Ecken und Plätze, in denen viele noch nie zuvor gewesen waren. Durch den Schlossgarten zur Staatsgalerie, weiter über die Eugensstaffel gelangte die Gruppe vorbei am Galatea-Brunnen auf den Eugensplatz. Über die Panoramastraßen der Gänsheide ging der Weg, unter anderem vorbei am Kanonenhäusle und der Villa Reitzenstein zur Aussichtsterrasse auf der Wieland-Wagner-Höhe. Hier konnten die Teilnehmer eine kleine Weinverkostung verschiedener Stuttgarter Weine mit passendem Vesper genießen. Der grandiose Blick über den Stuttgarter Talkessel, machte den Zwischenhalt perfekt. Weiter ging die Tour entlang vieler historischer Gebäude, vorbei an der Sünderstaffel zurück in Richtung Charlottenplatz. 

Weitere Bilder in der Bildergalerie.


Cannstatter Volksfest

26. September 2010: Auch in diesem Jahr war der Cannstatter Bläserkreis beim Volksfestumzug mit dabei. Auf Position acht marschierten die Musiker von der König-Karl-Straße bis zur Fruchtsäule auf dem Wasen. Zahlreiche Zuschauer säumten die Umzugsstrecke. Im Wasenwirt gabs im Anschluss daran eine Mass und ein Göckele.

Mehr Fotos unter Bildergalerien.

 

 


Rund um den Kirchturm in Bad Cannstatt

17. Juli 2010: Schon Tradition ist das Gemeindefest der katholischen Liebfrauengemeinde in Bad Cannstatt. Der CBK untermalte das Gemeindefest ab 15.30 Uhr. Leider war das Wetter an diesem Tag nicht so konstant wie an den Tagen davor, so dass die Musik aufgrund Dauerregen ab 17 Uhr endete. Mehr Bilder finden Sie unter "Bildergalerien".

 

 

 


Sommerfest in der Stephanusgemeinde

Am Sonntag, 27. Juni feierte die Stephanusgemeinde in Stuttgart-Bad Cannstatt ihr 50-jähriges Jubiläum. Der Cannstatter Bläserkreis war hier zum ersten Mal zu Gast und untermalte das schöne Sommerfest ab 18 Uhr.

 

 

  


Konzert im Kurpark Bad Cannstatt

13. Juni 2010: Der Auftritt des CBK am Sonntag in der Konzertmuschel bildete den Auftakt der Kurparkkonzertreihe verschiedener Musikvereine.

 

 


Fronleichnam in Bad Cannstatt

3. Juni 2010: Der Cannstatter Bläserkreis untermalte den Fronleichnams-Gottesdienst der Liebfrauengemeinde in Bad Cannstatt. Leider spielte das Wetter an diesem Tag nicht so, so dass die Prozession nicht stattfinden konnte. Der Gottesdienst wurde nach St. Peter verlegt. 

 

 

 


Maibaumfest in Bad Cannstatt

30. April 2010: Gemeinsam mit den Cannstatter Vereinen gestaltete der Cannstatter Bläserkreis das Maibaumfest auf dem Marktplatz in Bad Cannstatt.

 

  

 


Probennachmittag für Unterhaltungsmusik

17. April 2010: Am Samstag fand im Ferienwaldheim Steinhaldenfeld unser Probennachmittag statt. Wir probten neue und alte Stücke aus der Unterhaltungsmappe.

 

  


CBK-Mitgliederversammlung 2010 - Dirigentenwechsel geglückt

Foto links: Der Vorstand 2010 v.l.Stefanie Rösch, Gerhard Armbruster, Thomas Fessele, Inge Weissing, Clemens Wochner-Luikh, Volker Eissele, Ilka Fessele, Ulrich Förderer, Anette Bantel
Foto mitte: Jubilare v.l. Anton Merz, Herbert Breimaier, Thomas Fessele, Udo Tottmann.
Foto unten: Das Holzbläserensemble spielt Franz Watz.

19. März 2010: Die ordentliche Mitgliederversammlung des Cannstatter Bläserkreises fand bereits zum dritten Mal im Gemeindezentrum der evangelischen Kirchengemeinde Steinhaldenfeld statt. Die Versammlung wurde durch ein Holzbläserensemble aus den Reihen des CBK mit einem Ausschnitt aus dem Divertimento von Franz Watz eröffnet.

Für 50 Jahre geehrt
Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Gerhard Armbruster folgten die Ehrungen für langjährige Zugehörigkeit zum Cannstatter Bläserkreis und dem Blasmusikverband Baden-Württemberg. Die Ehrungen von Seiten des Blasmusikverbands wurden vom 1. Vorsitzenden des Kreisverbands Stuttgart-Filder Eberhard Krause durchgeführt. Die aktiven Musiker Stephan Krauss, Herbert Breimaier und Udo Tottmann wurden für jeweils 50 Jahre Mitgliedschaft im Blasmusikverband ausgezeichnet. Die Ehrung für 40 Jahre Mitgliedschaft erhielt Joachim Welling und für 30 Jahre Anton Merz. Für zehn Jahre Mitgliedschaft im CBK wurde Andrea Schneider geehrt.

Rückblicke und Ausblicke 2010 
Im Anschluss daran folgten die Berichte der Vorstandschaft. Gerhard Armbruster erwähnte die Höhepunkte des vergangen Jahres. Nach einem erfolgreichen Probenwochenende in der Musikschulakademie Schloss Kapfenburg fand im Mai das Abschiedskonzert des bisherigen Dirigenten Ralf Göltenbodt statt, der nach 18 Jahren den Taktstock beim Bläserkreis niederlegte und ins Posaunenregister wechselte.

Im Juli war ein wichtiges Ereignis die Wahl des neuen Dirigenten. Die Wahl fiel auf Volker Eissele, der die Leitung des Orchesters nach den Sommerferien übernahm. Mit Volker Eissele spielten der CBK beim Traditionsmorgen am Samstag der Volksfesteröffnung, gemeinsam mit den angereisten Freunden der Bundesmusikkapelle Brandberg aus dem Zillertal/Tirol. Am Sonntag waren beide Kapellen beim traditionellen Volksfestumzug dabei. Beim erfolgreichen Kirchenkonzert im Dezember in der Liebfrauenkirche zeigte das Orchester sein Können unter neuer Leitung. Im Februar dieses Jahres gab der Bläserkreis ein weiteres, gelungenes Konzert in der Heilig-Kreuz-Kirche im Sommerrain. Armbruster dankte Göltenbodt und Eissele für die geleistete Arbeit im vergangen Jahr und lobte Eissele „als würdigen Nachfolger“. Weitere Auftritte des Bläserkreises waren unter anderem das Maibaumfest auf dem Cannstatter Marktplatz, das Kurkonzert in der Konzertmuschel des Kursaals, der Festumzug in Plüderhausen, die Gestaltung von Gottesdiensten und eine Musikerhochzeit.

Die nächsten Auftritte des CBK werden das Maibaumfest am 30. April auf dem Cannstatter Marktplatz sowie verschiedene Feste, unter anderem ein selbst veranstaltetes Sommerfest im Probenlokal in Steinhaldenfeld sein. Armbruster dankte den Vorstandskollegen für die Arbeit im vergangen Jahr, das vor allem durch die Dirigentenauswahl geprägt war.

Der Geschäftsführer Uli Förderer konnte für das vergangene Jahr wie immer ein einwandfrei geführtes Kassenbuch vorlegen. Er dankte ebenfalls den Kollegen der Vorstandschaft für die gute Zusammenarbeit und allen Musikern und Helfern für die geleistete Arbeit in den letzten 12 Monaten.

Den Bericht des Dirigenten übernahm dieses Jahr erstmalig Volker Eissele. Er lobte die „musikalische Substanz, die Bereitschaft neue Dinge auszuprobieren und den schönen persönlichen Umgang im CBK“. Er berichtete aus seiner Sicht über sein erstes halbes Jahr beim Bläserkreis und schloss mit den Worten „es macht viel Spaß!“

Vorstand komplett 
Im Anschluss an die Berichte stand die Wahl des zweiten Vorsitzenden auf der Tagesordnung. Hier wurde der 41-jährige Saxofonist Thomas Fessele ins Amt gewählt. Mit dem Dank an alle Mitglieder beendete Gerhard Armbruster die diesjährige Mitgliederversammlung.


Emotionen in Heilig-Kreuz

21. Februar 2010: Der CBK veranstaltete am Sonntag, den 21.02.2010 in der Heilig-Kreuz-Kirche in Stuttgart-Sommerrain eine zweite Auflage seines Kirchenkonzerts aus dem Dezember. Rund 250 Zuhörer erlebten in der schönen Kirche einen emotionalen Abend mit Werken sinfonischer Blasmusik.

Ein besonderes Highlight des Konzerts bildete das Werk "Helena und Sybilla", auch unter dem Namen "Die Hexe und die Heilige" bekannt. Der Komponist Steven Reineke ließ sich durch ein Buch von Ulrike Schweikert zu dieser Komposition inspirieren.

Die Geschichte: In Ellwangen wurden im Jahre 1588 Zwillingsmädchen geboren. Während die tugendhafte Helena ins Kloster geht, wird ihre eigenwillige Zwillingsschwester Sibylla Hebamme in Leonberg. Danach kehrt Sibylla zurück nach Ellwangen und lernt die dunklen Geheimnisse der Mächtigen kennen und wird zur Gefahr. Die Häscher der Inquisition rüsten zur Jagd. Der Roman von Ulrike Schweikert ist in seiner Gesamtheit frei erfunden, beruht aber auf historischen Tatsachen und auch die Schauplätze wurden genau rekonstruiert. So spielen Szenen in der historischen Altstadt von Leonberg und Ellwangen. Da Sibylla die Mächtigen durchschaut, wird sie verfolgt und angeklagt. Nach der Folter steht Sibylla kurz vor dem Scheiterhaufen, doch da befreit Helena ihre Schwester aus dem Kerker und geht statt Sibylla selbst dort hin. Dieses engelhafte Verhalten wird für Helena jedoch zum Martyrium, denn Sie hält die Qualen nicht mehr aus. Mit den letzten Takten stirbt Helena in den Armen Ihrer Schwester Sibylla.

Steven Reineke, Jahrgang 1970, schuf mit diesem Werk ein höchst emotionales Wechselbad der Gefühle. So gegensätzlich die Charaktere der Zwillingsschwestern sind, so gegensätzlich ist auch die kompositorische Umsetzung. Das sehr gelungene programmatische Werk beginnt mit dunklen, mystischen Klängen, die auf gregorianischen Chorälen im wechselnden Metrum beruhen. Diese Gregorianik geht über in ein zartes Oboen-Solo – das Thema der Klosterschülerin Helena. Diese Melodie wird alsbald kontrastiert von einem gewaltigen und dramatischen tutti. Dieses tutti wirkt wie „O Fortuna“ aus der Carmina Burana. Darauf folgt Sibyllas Thema im stark rhythmisch geprägten 5/4 Takt, so wie das Leben von Sibylla im Roman beschrieben wird: immer in Bewegung, Aufbruchstimmung und Engagement, aber auch Kampf ums Leben und Überleben.